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Strategisches Hintergrundpapier Spree-Schwarze Elster - Leistungspaket 1

Bergbaulich bedingte Stoffeinträge prägen die Wasserbeschaffenheit von Spree und Schwarzer Elster sowie deren Nebenflüsse in der Lausitz. Im Ergebnis des Landtagsbeschlusses (Ds. 5/6694) „Verockerung der Spree - Gefahren für die Fließgewässer und den Spreewald eindämmen“ vom 23.01.2013 (Beschluss Landtag Brandenburg |LBGR) sind bereits zahlreiche Maßnahmen zur Reduzierung der bergbaulich bedingten Stoffeinträge entwickelt und umgesetzt worden. Wesentlich ist der Aufbau des Barrierekonzeptes zum Schutzgut Spreewald (benannt als Barriere im Nordraum) sowie an der Talsperre Spremberg und den Fließgewässern Kleine Spree und Spree zwischen Ruhlmühle und Spreewitz (benannt als Barriere im Südraum).

Am 17.12.2015 fasste der Brandenburgische Landtag (LT) einen weiteren Beschluss: „Strategischer Gesamtplan zur Senkung der bergbaubedingten Stoffeinträge in die Spree und deren Zuflüsse in der Lausitz“ (Ds. 6/3203) https://www.parlamentsdokumentation.brandenburg.de/starweb/LBB/ELVIS/parladoku/w6/beschlpr/anlagen/3203-B.pdf). Dieser LT-Beschluss erkennt die ersten positiven Effekte im Umgang mit den bergbaulich bedingten Stoffeinträgen an und stellt fest, dass die Reduzierung der Eisen- und Sulfatbelastung eine Aufgabe darstellt, die vermutlich über Jahrzehnte andauern wird. Um die Anstrengungen zur Reduzierung von bergbaulich bedingten Stoffeinträgen jedoch langfristig zu gestalten und weiter zu entwickeln, bedarf es eines Strategischen Gesamtplanes. Dem Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe (LBGR) ist dazu die Aufgabe übertragen worden, ein Strategisches Hintergrundpapier zu den bergbaubedingten Stoffeinträgen in den Flusseinzugsgebieten Spree und Schwarze Elster zu erarbeiten.

Das Strategische Hintergrundpapier wird seit Januar 2018 bis zum Jahresende 2019 in drei Leistungspaketen erarbeitet und sieht im Leistungspaket 1

  • die Grundlagenermittlung zur Integration bestehender Daten, Datenquellen und der Entwicklung einer einheitlichen Datenbasis,
  • die Erarbeitung methodischer Konzepte zur Datenzusammenführung und Schnittstellenbedienung sowie zur methodischen Vorgehensweise bei der Bestimmung des bergbaulichen Einflussbereiches,
  • das Erstellen einer gemeinsamen Datenbank zur langfristigen Sicherung und Erweiterung des Datenumfangs,
  • ein Geodatenmanagement zum Zweck der Visualisierung der Ergebnisse

und

  • die Erarbeitung von Gewässerdatenblättern als gewässerbezogene Zusammenfassung der wesentlichen Ergebnisse

vor. Das Institut für Wasser und Boden Dr. Uhlmann (IWB) aus Dresden wurde am 27.04.2018 mit dem Leistungspaket 1 beauftragt. Die Bearbeitung erfolgte in Zusammenarbeit mit dem gerstgraser Ingenieurbüro für Renaturierung (gIR) in Cottbus.

Der Abschlussbericht zum Leistungspaket 1 wird mit dem unten stehenden Link der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Während der Landtagsbeschluss Schwerpunkt auf die Behandlung der Parameter Eisen und Sulfat legt, sind weitere Parameter bekannt, die auf bergbauliche Aktivitäten in der Lausitz zurückgeführt werden können. Entsprechend ist das Kennwertspektrum deutlich erweitert worden. Neben Eisen und Sulfat werden unter anderem der pH-Wert, die Säurekapazität, Ammonium, Schwer- und Spurenmetalle sowie sedimentchemische Befunde, sofern solche Daten vorliegen, berücksichtigt.

Ein weiterer besonderer Mehrwert aus dem Leistungspaket 1 besteht in der Zusammenführung eines großen zweckgebundenen Datenfundus aus verschiedenen Quellen bei Behörden der Länder Berlin und Brandenburg sowie dem Freistaat Sachsen, den Bergbauunternehmen Lausitz Energie Bergbau AG (LEAG) und Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) sowie relevanten Gewässernutzern.

Mit Hinweis auf die Forderungen 1, 2 und 3 des Landtagsbeschlusses ist mit dem Leistungspaket 1 die Grundlage für eine länderübergreifende Strategie zur Reduzierung der bergbaubedingten Stoffeinträge in den Lausitzer Fließgewässer geschaffen worden, in dem die Maßnahmen der unterschiedlichen Akteure zusammengeführt werden sollen. Insgesamt konnten zur Kennzeichnung der bergbaulichen Belastung 1.167 dauerhafte oder temporäre Messstellen mit einem Umfang von 66.847 Datensätzen und 590.495 Einzelwerten recherchiert werden. All diese Daten werden erstmalig in einer gemeinsamen Datenbank zusammengefasst und stehen für eine Bearbeitung im Leistungspaket 2 zur Verfügung.

Derzeit läuft die Ausschreibung zum Leistungspaket 2, zu dem eine Auftragsvergabe bis Ende Januar 2019 erfolgen soll. Außerdem laufen die Vorbereitungen zum Leistungspaket 3, das im Jahr 2019 weitestgehend parallel zum Leistungspaket 2 bearbeitet werden soll.

Ziel des Leistungspakets 2 ist die Analyse und Bewertung der verfügbaren Datenbasis in Hinblick auf eine verursachergerechte Zuordnung der bergbaulich bedingten Belastungen, Zusammenhänge, Wirkungen auf und der Handlungsanforderungen für die Lausitzer Gewässer. Das Leistungspaket 2 liefert damit die Grundlage für die Ableitung weiterer Maßnahmen zur Reduzierung der bergbaubedingten Stoffeinträge, die im Leistungspaket 3 herausgearbeitet werden sollen.

Mit der Fertigstellung des Strategischen Hintergrundpapiers zu den bergbaubedingten Stoffeinträgen in den Flusseinzugsgebieten Spree und Schwarze Elster ist zum Jahresende 2019 zu rechnen. Anschließend werden Ihnen die Arbeitsergebnisse aus den Leistungspaketen 2 und 3 ebenfalls auf dieser Internetseite zur Verfügung gestellt.

Abschlussbericht
Anlage 1 - Übersichtskarten
Anlage 2 - Gewässerdatenblatt Greifenhainer Fließ